Von Michael Zellner, Geschäftsleitung bei zema wohnemotionen · aktualisiert am
Stauraum richtig planen: Warum das Innenleben über den Alltag entscheidet
Topf raus, Teller rein, Gewürz gesucht: Rund vierzig bis sechzig Mal am Tag öffnen Sie in Ihrer Küche einen Schrank oder eine Schublade. Jedes Mal ist das entweder angenehm oder mühsam. Darüber entscheidet nicht die Frontfarbe, sondern das, was dahinter steckt.
Auszüge statt Türen — damit alles zu Ihnen kommt
Ein Unterschrank mit Drehtür zwingt Sie in die Knie und ins Hineingreifen. Ein Vollauszug bringt den Inhalt zu Ihnen. Der Aufpreis ist überschaubar, der Unterschied im Alltag enorm.
Achten Sie dabei auf die Auszugsart: Ein Teilauszug fährt nur etwa zwei Drittel heraus, hinten bleibt ungenutzter Raum. Vollauszüge kommen komplett aus dem Korpus — nur so nutzen Sie die ganze Schranktiefe.
Wichtig ist außerdem die Tragkraft. Für Töpfe, Geschirr und Vorräte sollten es mindestens 40 kg pro Auszug sein, bei breiten Elementen eher 60 kg.
Der Apothekerschrank: viel Komfort, viel Preis
Ein Hochschrank-Auszug macht Ihre Vorräte von beiden Seiten zugänglich und ist ergonomisch kaum zu übertreffen. Allerdings gehört er zu den teuersten Einzelposten im Innenausbau.
Die Alternative bei knapperem Budget: ein Hochschrank mit vier bis fünf einzelnen Innenauszügen. Weniger elegant, deutlich günstiger — und im Alltag fast genauso praktisch.
Ecken: Hier wird der meiste Platz verschenkt
In einer L- oder U-Küche steckt der schlechteste Stauraum in der Ecke. Ein einfacher Eckschrank mit Drehtür verschenkt dort schnell einen halben Kubikmeter, weil hinten niemand mehr hinkommt.
Karussell-Lösungen und Schwenkauszüge kosten etwas mehr, holen aber genau den Raum zurück, den Sie ohnehin bezahlt haben. Gerade in kleinen Küchen ist das oft die lohnendste Einzelinvestition.
Ordnung, die bleibt
Besteckeinsätze aus Massivholz sind kein Luxus — sie machen aus einer Schublade ein Ordnungssystem. Dasselbe gilt für Antirutschmatten, Tellerhalter und Gewürzeinsätze.
Unser Tipp: Planen Sie die Einsätze gleich mit ein. Später passende Einsätze zu finden ist mühsam, weil die Innenmaße von Hersteller zu Hersteller variieren.
Wo Sie getrost sparen können
Nicht jeder Schrank braucht ein Premium-Innenleben. In selten genutzten Oberschränken genügen einfache Böden. Auch elektrische Öffnungssysteme sind Komfort, nicht Notwendigkeit — und ein weiteres Bauteil, das ausfallen kann.
Konzentrieren Sie Ihr Budget auf die drei bis vier Schränke, die Sie täglich öffnen. Dort zahlt sich jeder Euro aus.
Planen Sie das Innenleben, bevor Sie über Fronten sprechen. Eine schlichte Front mit durchdachtem Innenausbau ist einer teuren Front mit Standardauszügen jeden Tag überlegen. Wie das in Ihrer Küche aussehen kann, zeigen wir Ihnen gern bei uns im Studio.
Häufige Fragen
Vollauszug oder Teilauszug — was ist besser?
Der Vollauszug. Er fährt komplett aus dem Korpus, sodass Sie die ganze Schranktiefe nutzen. Ein Teilauszug kommt nur etwa zwei Drittel heraus.
Wie viel Tragkraft sollten Küchenauszüge haben?
Mindestens 40 kg pro Auszug für Töpfe, Geschirr und Vorräte, bei breiten Elementen eher 60 kg.
Wie nutze ich die Ecke einer L- oder U-Küche?
Mit einem Karussell oder einem Schwenkauszug. Ein einfacher Eckschrank mit Drehtür verschenkt schnell einen halben Kubikmeter Stauraum, weil hinten niemand mehr hinkommt.
Fragen zu Ihrem Projekt?
Im Studio klären wir das an echten Mustern — inklusive erster Skizze, wenn Sie den Grundriss dabeihaben.